Schon 1268 sind die Herren von Braunshorn, die vom vorderen Hunsrück stammen, als Lehensträger des Kölner Erzstiftes nachweislich Burgbesitzer. Die Kernanlage der Burg scheint aber älter zu sein. Nach Erlöschen der Linie ging die Burg mit dem Herrschaftsbereich durch die Tochter Lisa von Braunshorn an deren Gemahl Kuno von Winnenburg über.

1371 wurde sie Kurpfalz übertragen. Nach dem Aussterben der Winnenburger ging die Herrschaft 1637 an die Herren von Metternich, die nach einem Zwist mit Kurtrier 1652 endgültig mit der Burg belehnt wurden. Nicht lange erfreuten sich die Metternichs ihres Besitzes, schon 1689, am 2. Februar, wurde die „schöne, stolze Burg" von den Franzosen unter Graf Montalt zerstört.

Der letzte Inhaber der Herrschaft war der be-rühmte österreichische Staatskanzler und spätere Fürst von Metternich. Die Burg ist heute im Privatbesitz der Familie Herzer.
Der Lage nach ist die Burg Metternich zu den Höhenburgen zu zählen. Unsere Burg ist zeitweilig von einer Besitzergruppe bewohnt gewesen, von den Winneburgern. Jeder Zweig dieser Familie baute sich dann eigene Wohngebäude innerhalb des Burgberinges, wie der Befund überliefert, sogar eigene Zugänge. Eine solche, von mehreren Familien bewohnte Anlage, nennt man auch Ganerbenburg. Die Verteidigungsanlagen konnten also auf die angriffsgefährdeten Abschnitte begrenzt werden, hier vor allem auf die Südseite.
Dort erhebt sich denn auch als Kern der ganzen Anlage ein mächtiger 25m hoher Bergfried (1), der schon im 12. Jahrhundert erbaut sein dürfte. Die Spitze seiner fünf Seiten richtet sich gegen die Angriffsseite.
Der innere Burghof (2) ist auf allen Seiten von Gebäuden und Mauern umstellt. Nach Süden zu, unmittelbar vor dem Bergfried, erhebt sich ein Portalbau mit zwei flankierenden Rundtürmen (3), die wohl dem 14. Jahrhundert entstammen. Vom kleineren südlichen Rundturm (4) verläuft nach Osten eine Mauer mit Wehrgang zu einem unterhalb gelegenen Wartturm (5), von dem sich eine Sperrmauer weiter nach Osten bis ins Tal hinabzieht (6). Vom Westbau (7) sind lediglich mehrere gewölbte Kellerräume erhalten. Vom Ostbau (8) blieb dagegen fast die ganze Südwand mit Kamin stehen. Mauerstruktur und Fensterformen machen für diesen Wohnbau (Pallas) mit flankierendem Rundturm an der Nordwestecke als Entstehungszeit Ende 15., Anfang 16. Jahrhundert glaubhaft. An der schmalsten Stelle des Innenhofes, auf der Nordseite, liegt der Haupttorbau (9) mit flankierenden Nebengebäuden. Die Vorburg (10) mit Rundturm an der Nordwestecke (11) schützte die Nordseite der Anlage. Der Hauptweg war durch ein weiteres Rundbogentor (12) und ein Außentor mit Fallgatter (13) gesichert. Stallungen (14) haben zu der Anlage gehört und eine Burgkapelle, deren Lage nicht ganz gesichert ist. Eine Mauer in nördlicher Richtung (15) stellte dann den Anschluß an die Ortsbefestigung her.

Dr. Wilhelm Jung – Kunsthistoriker